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Der angeführte Text hebt kein Anspruch auf Vollständigkeit, sondern gibt ferne einen Einblick in die Thematik.


 „Koscher“ Lebensmittel und das „jüdische Speisegesetzt“


Anders als beim Vegetarier verbirgt sich hinter koscherem Essen ganz klar ein religiöser Hintergrund. In den jüdischen religionsgesetzlichen Vorschriften, welche in der Tora festgehalten sind, werden alle Lebensmittel in „koscher“ und „nicht koscher“ unterteilt, wobei „koscher“ mit erlaubt, im Sinne des jüdischen Speisegesetztes, übersetzt werden kann.


Es gibt 4 Grundregeln, welche darüber entscheiden ob oder ob nicht koscher!
Dazu zählt die Unterscheidung von erlaubten und nicht erlaubten Tieren, das Verbot des Blutgenusses, die Trennung von „fleischig“ (hebräisch: basari) und „milchig“ (hebräisch: chalawi) und die „neutralen“ Lebensmittel.
Begründet wird diese Einteilung durch eine somit vermiedene körperliche und seelische Schädigung.


Zu den koscheren Tieren gehören solche, welche zweispaltige Hufe haben und Wiederkäuer sind, wie zum Beispiel Kühe, Ziegen und Scharfe. Schweine, Pferde, Hasen und Kamele gehören dazu nicht, da sie entweder keine Wiederkäuer sind oder keine zweispaltigen Hufe besitzen. Beide Attribute müssen vorhanden sein. Diese Tiere sind somit verboten.


Ferner muss das koschere Fleisch eine besondere Zubereitung wiederfahren. Es muss von ausschließlich von koscheren Tieren stammen, welche koscher geschlachtet wurden. Das bedeutet, basierend auf dem Verbot des Blutgenusses, muss das Blut des Tieres möglichst vollständig nach der Schlachtung herausfließen, damit kein Blut mehr im Fleisch enthalten ist. Darüber hinaus muss das koschere Fleisch gewässert, gesalzen und abgespült werden, bevor es weiter verwendet werden kann. Hintergrund: Das Blut ist der Sitz der Seele, daher darf es weder vergossen noch verzehrt werden.


Bei den Fischen und im Wasser lebenden Tieren dagegen sind nur diejenigen koscher, welche über Flossen und Schuppen verfügen, wie zum Beispiel Lachs, Forelle und Thunfisch. Demnach sind Aale, Wels, Hummer, Muscheln und Tintenfische nicht erlaubt, da sie entweder keine Fische sind oder nicht über Schuppen und Flossen verfügen. Fische müssen nicht nach rituellen Richtlinien geschlachtet werden, da sie als neutral gelten (siehe unten).
Beim Geflügel sind nur diejenigen koscher, welche nach den jüdischen Ritualen geschlachtet worden sind und zu den Hausvögeln gehören, wie zum Beispiel: Hühner, Enten, Gänse und Tauben.


Produkte, welche aus koscheren Lebensmitteln hergestellt werden, sind ebenfalls meist koscher, wie zum Beispiel Milch und Milchprodukte. Milch von koscheren Tieren, wie zum Beispiel Kuhmilch, Ziegenmilch und Schafsmilch ist erlaubt, Stutenmilch oder Kamelmilch dagegen nicht. Produkte, welche aus koscherer Milch hergestellt wurden, wie Sahne, Butter, Joghurt und Käse sind koscher, sofern ihnen kein tierisches Lab oder andere tierische Produkte zugesetzt wurden.
Was hat es mit den fleischigen (basari) und den milchigen (chalawi) Speisen auf sich?
Ein weiteres Gesetz besagt, dass fleischige Lebensmittel, das sind, Fleisch aber auch solche Produkte, die Fleisch als Zutat haben, nicht mit milchhaltigen Lebensmitteln, das sind Milch und Produkte die Milch als Zutat haben, zeitgleich verzehrt werden dürfen. Je nach Auslegung müssen zwischen einer fleischigen und milchigen Speise einige Stunden vergangen sein. Bei einer strengen Auslegung wird auch unterschiedliches Geschirr, Besteck usw. verwendet, damit die fleischigen und milchigen Speisen nicht miteinander in Berührung kommen.


Es gibt aber auch sogenannte „neutrale“ (parve) Lebensmittel zu denen Obst, Gemüse, Getreide, Eier, Honig und Fisch. Neutrale Lebensmittel dürfen sowohl mit fleischigen als auch mit milchigen Speisen verzehrt werden.

Wie wird ein Produkt koscher?
Sobald man ein Produkt koscher ausleben will, muss es vorher von einem Rabbiner zertifiziert worden sein. Dazu benötigt man, sollten sich in dem Produkt noch weitere Zutaten befinden, von allen Zutaten (Produkten) ebenfalls das Koscherzertifikat. Ein Rabbiner besucht dann die Produktionsanlage und kontrolliert, ob alles koscher vonstattengeht. Dazu gehört auch die strickte Trennung in der Produktion von nicht-koscher Produkten und koscher Produkten. Dies wird zum Beispiel durch räumliche Trennung und durch gründliches Reinigen realisiert. Je nach Sensibilität des Produktes, zum Beispiel bei Käse und Wein, ist es üblich das ein Rabbiner oder beauftragte Juden bei der Produktion dabei sind, damit das jeweilige Produkt sich als koscher ausloben darf. Sollte ein Rabbiner bei der gesamten Produktion, einschließlich der Verpackung anwesend sein, so kann das Produkt mit der „Badaz - Qualität“ (Super-Koscher – Mehdarin) ausgezeichnet werden.  


Sobald man ein Koscher-Zertifikat für seine Produkte in der Hand hält, kann man seine Produkte mit dem Koscher-Logo versehen (meist ein U mit einem Kreis). In unseren Breitengraden ist dies jedoch weniger gängig, es werden vielmehr Listen der koscheren Produkte auf den jeweiligen Homepages oder in Produktdatenbanken veröffentlicht.